Frühlingslager Apulien


Donnerstag/Freitag 28./29.3:
Das Zürikader traf sich kurz nach dem Mittag am HB. Man merkte bei den meisten bereits die Vorfreude auf das TL. Um 14:32 fuhr dann unser Zug nach Mailand. Bis Bellinzona war die Fahrt noch ziemlich ruhig und ohne große Ereignisse. In Bellinzona stiegen dann 5 etwa 18-jährige Italiener hinzu, die dann sofort auf die Toiletten verschwanden, in der Hoffnung, ohne Probleme über die Grenze zu kommen. Es dauerte nicht lange, bis 2 Kontrolleurinnen kamen und die Toiletten von außen aufschlossen, und so begann eine endlose Diskussion 2 Meter neben unseren reservierten Plätzen. Typisch italienisch aßen die Jugendlichen plötzlich Pizza, und bis heute weiß niemand genau, woher sie diese hatten. Kurz vor dem Bahnhof Mailand dachten wir dann, dass die 2 Kontrolleurinnen die Lage unter Kontrolle hatten, jedoch rannten plötzlich alle 5 heraus.
Nachdem wir dann auch unsere Sachen gepackt hatten, stiegen wir aus und liefen in Richtung Zentrum des Bahnhofs. Auf dem Weg sahen wir dann noch einen der 5, der es leider nicht sehr weit geschafft hatte, da neben ihm 2 breite Sicherheitsleute standen. Irgendwo in einem etwas ruhigeren Teil des Bahnhofs platzierten wir dann unser Gepäck. Aufgrund unserer Angst vor der italienischen Kriminalität brauchten wir das 'Buddy'-Prinzip. Es schlossen sich 2 zusammen, wovon der eine in der ersten Hälfte und der andere in, der zweiten etwas essen gehen durfte. Nach einiger Zeit des Wartens war es dann soweit, und wir gingen ios zu unserem Zug Richtung Bari. Als der Zug ankam, wurden noch kurz die Zimmeraufteilungen bekannt gegeben. Dann stiegen wir in unsere Zimmer ein und machten es uns gemütlich, so gut es halt in einem;
Nachtzug geht. Da wir ja alle noch einen ganzes TL vor uns hatten, packte uns die Seriosität, und wir gingen früh ins Bett. So endete dann auch der Donnerstagabend.
Von Manuel

Samstag 30.3:
In unserer neuen Unterkunft liess es sich sehr gut schlafen. Die Betten waren von bequemer Weichheit und die Decken sanft-seiden, was dazu führte, dass wir von den grellen Strahlen der Sonne geweckt wurden. Mit geblendeten Augen bewegten wir uns zum Essraum herunter, um unsere Energiespeicher für die ersten Trainings im Wald zu füllen. Auf uns warteten zwei Multitechnick-Sessions in dem berühmt berüchtigten Foresta Umbra; in dem Wald, in dem bereits Daniel Hubmann seinen sicher geglaubten Titel an den Seniorenweltmeisterschaften vergab. Im Gegensatz dazu meisterten wir das südländische Gelände souverän. Nach zwei lehrreichen Trainings liessen wir den Tag mit Bräunen an der Sonne, einem typisch italienischen Abendessen und später einem gemeinsamen Auswerten ausklingen.
Von Jan

Sonntag 31.3:
Der Sonntag mit fast phänomenalen Wetter begann wie immer mit einem festlichen Frühstück. Auch die "Gluties", welche kein Gluten vertragen (oder sogar allergisch reagieren), hatten ein eigenes kleines Buffet.

Da am Nachmittag die Staffel gegen die Romands anstand, war der Plan ein Krafttraining und Laufschule am Meer zu machen. Keine Wolken und bis zu 27 Grad. Und wäre da nicht der gelbbraune Saharastaub in der Luft gewesen, hätten wir sogar den blauen Himmel gesehen.

Während dem Krafttraining und der Laufschule wurde vom Trainerteam eine Box mit Schokohasen im Sand vergraben. Diese galt es dann in Teams auszugraben. Doch unsere Postensetzer*innen haben im vergraben, wie auch im Postensetzen, einen guten Job gemacht.

Nach dem Baden im Meer und der Mittagsverpflegung ging es dann wieder in den Foresta Umbra. Eine hitzige Staffel gegen und mit den Romands erwartete uns.
In diesem Modus starteten am Anfang von einem Team die lange und die kurze Strecke. Sobald eine Strecke zurück war konnte die mittlere Strecke starten, und sobald eine nächste Strecke zurück war konnte wiederum die wartende Strecke auf die zweite Runde los. Alle Strecken mussten zwei Bahnen absolvieren.

So gab es viel unterschiedlichen Gegnerkontakt und vor allem am Anfang war das Tempo extrem hoch.
Das Gelände im Foresta Umbra ist einzigartig und mit der guten Sicht und mal besseren mal schlechteren Belaufbarkeit war die Staffel sehr kompetitiv und attraktiv für alle Athlet*innen. Vor allem hatten wir aber auch Spass.

Wie schon an den Abenden zuvor wurden wir im Hotel Maremonti regelrecht gemästet. Im ersten Gang gab es Kohlenhydrate in Form von Reis oder Pasta. Im zweiten Gang gab es etwas Fleisch oder gleichwertiges. Im dritten gab es Gemüse und im vierten noch Desssert.

Ernährungstechnisch kamen wir nie zu kurz. Manche Athleten haben auch noch versucht dem "Foodwaste" von den jüngeren entgegenzuwirken. Nicht immer mit Erfolg ????
Von Rico

Montag 1.4:
Der Tag begann für alle strahlend, außer für Seraina, die mit einem Wasserschwall geweckt wurde - na ja, immerhin eine erfrischende Art, den Tag zu starten! Nach einem ordentlichen Frühstück schnappten wir uns unsere Sachen und düsten mit unseren Minibussen los. Im beschaulichen Dorf Peschici, umgeben vom Rauschen des Meeres, legten wir los mit dem ersten Training in Zweierteams.

Beim Partner-Sprint machten wir das Beste aus dem schönen Wetter und der Herausforderung, ständig zu wissen, wo wir uns befinden. Zwischen den Kontrollpunkten erwischten wir unsere Trainer dabei, wie sie genüsslich an ihrem Gelati schleckten. Dann gab es Mittagessen direkt am Strand, wo wir uns in verschiedensten Aktivitäten vergnügten, von Sandburgenbau bis zu epischen Sandschlachten.

Am Nachmittag stand das zweite Training an: eine Staffel durch die engen Gassen eines kleinen Dorfes. Einige von uns konnten das orientierungslaufende Leben in vollen Zügen genießen, während andere von wütenden Hunden gejagt und attackiert wurden - ein bisschen wie eine Actionfilmsequenz!

Nach dem grandiosen Sieg von Coralie und Yannick, wurden wir von Ariane mit einem köstlich erfrischenden Gelati in der Hitze belohnt. Abends, nachdem wir uns durch unser zweites oder drittes Gelati genossen hatten, wurden wir noch mit zwei hochkarätigen Inputs bereichert. Erschöpft, aber voller Vorfreude auf den nächsten Tag, kuschelten wir uns müde ins Bett.
Von Liah

Dienstag 2.4:
Wir durften heute morgen etwas länger schlafen, mussten aber aufgrund eines wichtigen Mordes des Spieles Mörderli dann doch noch 15 Minuten bis zum Zmorgen warten, da der Mord 15 Minuten vor dem Essen passieren musste. Die Zeit überbrückten die Trainer*innen mit Morgenmobilisation. Nach dem wir fertige gespiesen hatten, ging es mit einem Input über die Testläufe weiter. In Gruppen besprachen wir jeweils einen Wettkampf und präsentierten diesen im Nachhinein den Anderen. Danach war COR (Chillen ohne Reue) angesagt. Nach dem Lunch hatten wir wieder Zeit für COR. Die meisten machten sich auf den Weg ins Dörfli um chinesisches Versteckis zu spielen. Wir fanden viele spannende Verstecke in den verwinkelten Gassen. Wir assen etwas früher einen Vorznacht um noch Energie für den bevorstehenden Nachtsprint zu tanken. Dieser fand direkt im Dörfli der Unterkunft statt. Beim Einlaufen erlebten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Bis die ersten gestartet waren, war es dann ganz dunkel. Nach dem Duschen gab es Pizza! Und zum Dessert noch Torte, um die Geburtstage von Rico und Lynn zu feiern.
Von Mira

Mittwoch 3.4:
Heute durften wir eine Stunde länger schlafen. Wir assen dasselbe Frühstück wie die letzten Tage schon. Da wir heute die Unterkunft wechseln mussten, packten wir noch schnell unsere Sachen ein und spielten Tetris mit den Taschen, um sie in die Büssli zu bringen. Sobald alle Fundsachen verteilt wurden, fuhren wir, zum etwa dritten Mal in diesem Trainingslager, in Richtung Foresta Umbra für das Langdistanz-Training. Auf den langen Teilstrecken wurden verschiedene Routen genommen. Die einen prefferierten die Wegrouten, andere stellten sich der Schwierigkeit der Strichrouten. Besonders war die Länge des Trainings, da die einen Bahnen über 10 Kilometer lang waren. Danach gab es das klassische italienische Lunch mit ganz gefährlichen Pesto-Tomaten-Mozzarella-Sandwiches (erfunden von Liah und Coralie). Die dreistündige Fahrt zur nächsten Unterkunft war vom Mord (im Spiel Mörderlis) von Chrigu geprägt, welcher unter dem Regen einer Wasserflasche ermordet wurde. Als wir in der neuen Unterkunft angekommen waren, pufften wir unsere Sachen ein und die einen machten ein Footing am Meer, da dieses nur 200m vom Hotel entfernt war. Schon bald gesellten wir uns zum Abendessen und kosteten die leicht speziellen Mahlzeiten der süditalienischen Küche. Danach war es schon ziemlich spät und wir gingen ins Bett, die einen früh, die einen später.
Von Coralie

Donnerstag 4.4:
Nach einer kurzen Nacht im neuen Hotel, trudelten wir am Morgen zum Frühstück hinunter in den Essraum. Nachdem wir das neue Buffet ausgekundschaftet hatten und gegessen hatten blieb uns nur wenig Zeit um zu packen, denn wir mussten schon früh los nach Matera an den Knock-Out-Sprint. Auch das Cadre-Romand war angereist.
Nach der Ankunft liessen wir uns in einem Park nieder und bereiteten uns auf die anstehende Qualifikation vor. Doch es war nicht sehr einfach in Matera zu rennen, denn es hatte sehr viele Touristen auf den Strassen. Spass hat es auf alle Fälle gemacht. Nach einem grandiosen Lauf vor atemberaubender Kulisse mit vielen Treppen und Gassen und einer Lunchpause im Park, gab es ein spektakuläres Fussballspiel, welches das Zürich/Schaffhauser Kader erfolgreich für sich entscheiden konnte. Nach dem Spiel stand dann der Höhepunkt auf dem Programm, nämlich der Halbfinal und der Final vom Knock-Out-Sprint. Zwei weitere male ging es also durch die verwinkelten Gassen von Matera, nur diesmal mit Gegnerkontakt. Es war ein Tag voller Emotionen und zum krönenden Abschluss gingen wir als Kader Gelati essen.

Zurück im Hotel gab es ein kurzes Dehnen, an welchem leider wieder einmal nicht alle anwesend waren :) und dann einen langes Abendessen. Dies führte zu einer eher kurzen Laufauswertung. Danach hiess es schlafen gehen.

Freitag 5.4:
Am Friitig Morge simmer wider zume subnige Tag ufgwacht. Scho am 8i isch Zmorge gsi, demit mer pünktlich am 9i hend chöne abfahre zum erste Training vum Tag. Es isch de Middle agstande. Ohni Training in söttigem Gländ isch de Küstewald für villi zur Herusforderig gworde. Die schöne offne Wälder hend zu schnellem Laufe und schnelle Fehler gleitet. Und s tückische Dickicht het gwüssi Lüüt bis zu 25min lang ufghalte. Im Ziil hets denn au e wohlverdienti Belohnig geh: Lunch und bade im Meer. Die meiste hend die chalte Welle gnosse und sich zum tröchne id Sunne gleit. De Mittag isch sehr schnell verbi gange. Scho bald hemmer eus wider bereit gmacht für s zweite Waldtraining vum Tag. En Partner-O. Au de het eus sehr schöni und sehr gruusigi Waldabschnitt zbüüte gha, doch all sind zfride wider usem Wald cho. Zum Abschluss vude Waldtrainings het mer freiwillig no chöne s Training vum Mittwuch nahhole. Somit isch eis Büssli a Athlete grad aschlüüsend nomal in Wald zrugg kehrt für es epischs Kompasstraining. Das het sich sehr abote, dur die grösstenteils gueti Belaufbarkeit. Es paar unpassierbari Dickicht hends chli erschwert. D Rückfahrt isch denn au schnell gange und mer hend chöne go dusche und aschlüüsend grad an Znacht. De het eus wider stabil gsättiget und isch tendenziell ehner zvill wie zwenig gsi. Nachem esse ischs denn au scho spat gsi und mer hend mit eme „ich oder du“ am Abschlussabig nomal chli s Zemesii gnosse. Denach simmer is Bett gange, um ois vu dem strenge Tag z erhole.
Von Ladina

Samstag 6.4:
Heute gab es ausnahmsweise schon um 7:30 Uhr Frühstück. Als damit alle fertig waren ging es ans packen.
Dann um 9:00 Uhr war die Abfahrt angesetzt. Nach einer knappen Stunde Fahrt sind wir dann auch schon in Martina Franca angekommen. Da hiess es schnell bereit machen und zum Start gehen. Von dort aus starteten wir in ein spannendes und abwechslungsreiches Sprinttechniktraining, welches aus zwei Teilen bestand.
Anschliessend sind wir alle zusammen zu einem Spielplatz gelaufen um dort unseren letzten gemeinsamen Lunch zu essen. Als dann alles Essen weg war und die Sackmesser ihren ehrenvollen Besitzer zurückgegeben waren, hiess es wieder in die Büssli einsteigen und los Richtung Monopoli zu fahren.
Da angekommen sind wir alle zusammen ans Meer gelaufen, um ein Teamfoto zu machen. Als auch das erledigt war, haben wir uns für das letzte Training bereit gemacht. Das war nochmal ein ganz normaler intensiver Sprint welcher die Romands kurz darauf auch gemacht haben. Was aber nicht ganz so einfach war, da die Strassen nicht gerade leer waren…
Als dann alle fertig waren ging es auf in eine 5 Sterne Gelateria, welche dies aber auch verdiente!
Anschliessend ging es noch für ein letztes Mal in die Büssli und zurück nach Bari.
Wir haben es sogar geschafft bis auf den Parkplatz Bari Centrale ohne Unfall, dort entschied sich aber jemand dazu das nicht zu erlauben und fuhr in ein Büssli…
Als das dann auch noch abgeschlossen war, hiess es in zwei Gruppen Pizza essen.
Anschliessend hiess es dann auf zum Bahnhof und rein in den Nachtzug.
Von Seraina

Sonntag 7.4:
Um 6:30Uhr wurden wir ruckartig von verschiedenen Weckern und der Zugschaffnerin aus dem Schlaf gerüttelt.
Der Schlaf war für die einen erholsamer, als für andere. Um 7:00 Uhr, etwas früher als erwartet, trafen wir in Milano Centrale, die Endstation dieses Nachtzuges, ein. Während das Gepäck bewacht in der Bahnhofshalle lag, gingen wir in Gruppen ein schmackhaftes Frühstück und Mittagessen besorgen.
Die Zeit beim Warten für den Anschlusszug in Richtung Heimat verflog und schon standen wir auf dem Perron vor einem doch so bekannten SBB Wagon. Im Zug stellte sich heraus, dass die Tickets und Reservation für das gestrige Datum waren, was zu kleinen Diskussionen führte, aber schnell durch viele freie Sitzplätze geklärt wurde.
Nun ging die Heimreise mit dem Highlight, dem Marathon von Matthias Kyburz weiter der die Olympia-Limite souverän unterbat. Nachdem wir uns alle verabschiedeten trat jeder, sicher ein wenig müde, seinen eigenen Weg nach Hause an.
Es waren aufregende und spannende 10 Tage, doch zuerst müssen wir uns alle erholen und die letzten Tage in aller Ruhe verarbeiten.
Von Ben


Verfasst am:


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